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Australian Open 2026: Spielplan, Termine & Preisgeld

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Die Tennissaison beginnt am anderen Ende der Welt: Die Australian Open 2026 in Melbourne sind der erste Grand Slam des Jahres und setzen den Ton für alles, was danach kommt. Während in Europa noch Winter herrscht, spielen die besten Tennisprofis der Welt bei Temperaturen jenseits der 30 Grad um den ersten Major-Titel der Saison. Der Spielplan der Australian Open erstreckt sich über zwei Wochen und bietet von der Qualifikation bis zum Finale ein dicht gepacktes Programm, das Frühaufsteher in Deutschland belohnt — die Matches beginnen wegen der Zeitverschiebung oft in den frühen Morgenstunden mitteleuropäischer Zeit.

Melbourne Park hat sich in den vergangenen Jahren zum publikumsstärksten Grand-Slam-Standort der Welt entwickelt. Das liegt nicht nur an der Qualität des Turniers, sondern auch an einem bewussten Ausbau der Anlage und der Einführung neuer Formate wie der Opening Week, die das Event weit über den eigentlichen Wettbewerb hinaus verlängert. Tennis Australia hat in den vergangenen zehn Jahren nahezu eine Milliarde Australische Dollar in die Modernisierung von Melbourne Park investiert — vom Schiebedach der Rod Laver Arena bis zu neuen Außenplätzen und einem erweiterten Gastronomiebereich. Für 2026 stehen erneut Rekorde auf dem Programm — diesmal vor allem beim Preisgeld.

Spielplan und Runden im Überblick

Die Australian Open 2026 beginnen mit der Qualifikation, in der 128 Spielerinnen und Spieler um die letzten Plätze im Hauptfeld kämpfen. Die Quali läuft über drei Runden und findet in der Woche vor dem offiziellen Turnierstart statt. Für viele Profis außerhalb der Top 100 ist sie der einzige Weg ins Hauptfeld — und ein nervenaufreibender noch dazu, weil drei Siege in Folge auf dem heißen Hartplatz von Melbourne verlangt werden.

Das Hauptfeld umfasst jeweils 128 Spieler im Herren- und Dameneinzel. Die erste Runde erstreckt sich über zwei Tage, gefolgt von der zweiten Runde und der dritten Runde, die ebenfalls je zwei Spieltage beanspruchen. Ab dem Achtelfinale wird das Tempo angezogen: Jede Runde füllt einen Tag, wobei die Matches auf die drei Hauptarenen verteilt werden — die Rod Laver Arena, die Margaret Court Arena und die John Cain Arena.

Die Halbfinals finden an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt, getrennt nach Damen und Herren. Das Damenfinale wird traditionell am Samstag ausgetragen, das Herrenfinale am Sonntag. Neben den Einzelwettbewerben laufen parallel die Doppel- und Mixed-Doppel-Turniere, die ab der zweiten Woche zunehmend Aufmerksamkeit erhalten und auf den Hauptarenen angesetzt werden.

Die gesamte Turnierdauer beträgt vom ersten Qualifikationsmatch bis zum letzten Finale rund zweieinhalb Wochen. Für deutsche Zuschauer bedeutet das: Die entscheidenden Runden fallen auf die frühen Morgenstunden, die Finals beginnen üblicherweise gegen 9:30 Uhr MEZ — ein Zeitfenster, das sich mit etwas gutem Willen vor der Arbeit einrichten lässt. Die Night Sessions in der Rod Laver Arena starten um 19:00 Uhr Ortszeit, also gegen 9:00 Uhr morgens in Deutschland — praktisch für alle, die das Frühstück mit Weltklasse-Tennis verbinden wollen.

Preisgeld-Rekord in Melbourne

Die Australian Open 2026 haben beim Preisgeld neue Maßstäbe gesetzt. Der Gesamtpreispool beträgt 111,5 Millionen Australische Dollar — ein Anstieg um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit der größte prozentuale Sprung in der Geschichte des Turniers. Die Sieger der Einzelwettbewerbe erhalten jeweils 4,15 Millionen AUD, was einem Plus von 19 Prozent entspricht.

Dieser Anstieg ist kein isoliertes Phänomen. Tennis Australia hat die Preisgelder der Australian Open seit 2016 um insgesamt 119 Prozent erhöht — von damals umgerechnet rund 27,4 Millionen AUD auf den aktuellen Rekordwert. Der Wachstumskurs spiegelt die wirtschaftliche Bedeutung des Turniers wider: Die Australian Open generierten 2025 einen ökonomischen Gesamteffekt von 565,8 Millionen AUD für den Bundesstaat Victoria. Die Einnahmen stammen aus Ticketverkäufen, Hospitality, Sponsoring und Medienrechten — ein Geschäftsmodell, das sich selbst finanziert und den Preispool jährlich nach oben treibt.

Bemerkenswert ist auch die Umverteilung innerhalb des Preisgeldes. Ein größerer Anteil fließt mittlerweile an Spieler in den frühen Runden. Wer in der ersten Runde ausscheidet, erhält deutlich mehr als noch vor fünf Jahren — ein bewusster Schritt, um die finanzielle Grundsicherung im Profitennis zu verbessern. Für Spieler außerhalb der Top 50 kann allein die Teilnahme an der ersten Runde eines Grand Slams die Reisekosten mehrerer Monate decken. Die Australian Open zahlen zudem Equal Prize Money: Herren und Damen erhalten in jeder Runde identische Summen, eine Praxis, die bei den Australian Open seit 2001 gilt und die das Turnier zum Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung im Tennis machte.

Zuschauerrekorde und Opening Week

Die Australian Open sind das bestbesuchte Grand-Slam-Turnier der Welt — und der Abstand zur Konkurrenz wächst. 2025 kamen 1 218 831 Zuschauer nach Melbourne Park, ein neuer Allzeitrekord für ein Grand-Slam-Turnier. Der bisherige Bestwert eines einzelnen Tages liegt bei 97 132 Besuchern, ebenfalls aufgestellt in Melbourne.

Besonders auffällig ist das Wachstum der Opening Week, einer Veranstaltungswoche vor dem eigentlichen Turnierbeginn. 2026 zog sie rund 218 000 Besucher an — ein Anstieg von 87 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Opening Week umfasst Showmatches, Konzerte, Kinderevents und den Beginn der Qualifikationsrunden. Sie verwandelt Melbourne Park von einer reinen Sportstätte in ein zweiwöchiges Festival, das weit über den Tennisplatz hinausreicht. Für Familien mit Kindern ist die Opening Week oft der zugänglichste Teil des Turniers: Die Eintrittspreise sind niedriger als während der Hauptrunden, und die Atmosphäre auf dem Gelände ist entspannter, weil sich die Menschenmassen auf einen größeren Zeitraum verteilen.

Auch in den sozialen Medien schreibt das Turnier Rekorde. 2025 verzeichnete der offizielle AO-Account 2,32 Milliarden Social-Media-Impressionen, ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Follower wuchs auf 18,9 Millionen. Diese digitale Reichweite ist für Tennis Australia ein zentrales Geschäftsfeld, weil sie Sponsorengelder rechtfertigt und jüngere Zielgruppen erreicht, die klassisches Fernsehen kaum noch nutzen.

Zum Vergleich: Roland Garros kam 2025 auf 687 000 Besucher, Wimbledon auf rund 549 000, die US Open auf 1 144 562. Melbourne führt das Feld an, weil die Anlage mehr Kapazität bietet als jeder andere Grand-Slam-Standort und weil der australische Sommer Freiluftveranstaltungen begünstigt — auch wenn die Hitze gelegentlich selbst zum Gegner wird. Die globale Medienreichweite unterstreicht den Stellenwert: 758 Millionen Stunden wurden die Australian Open 2025 weltweit gestreamt und im TV verfolgt, bei einer kumulativen Reichweite von 1,91 Milliarden.

Belag und Bedingungen

Die Australian Open werden auf GreenSet gespielt, einer Hartplatzoberfläche, die etwas langsamer ist als der Belag bei den US Open. Der Platz bietet einen konsistenten Ballabsprung und begünstigt aggressive Grundlinienspieler, die flache, druckvolle Schläge bevorzugen. Serve-and-Volley-Tennis funktioniert, ist aber seltener geworden — der Belag belohnt Geduld im Ballwechsel mehr als frühere Hartplatzvarianten. Im Vergleich zu Flushing Meadows, wo der DecoTurf-Belag höhere Geschwindigkeiten erzeugt, spielt sich Melbourne eine Spur langsamer — ein Unterschied, der in der Taktik spürbar wird, auch wenn ihn das Publikum auf den Tribünen kaum wahrnimmt.

Die Hitze ist in Melbourne ein ständiger Begleiter. Temperaturen über 35 Grad Celsius sind in der zweiten Januarwoche keine Seltenheit, und die australische Sonne macht Matches auf den Außenplätzen zu einer physischen Prüfung. Tennis Australia hat deshalb ein eigenes Hitzeschutzprotokoll eingeführt: Ab bestimmten Temperaturschwellen werden Matches unterbrochen oder auf Courts mit geschlossenem Dach verlegt. Die Rod Laver Arena und die Margaret Court Arena verfügen beide über Schiebedächer, die bei extremen Bedingungen geschlossen werden können — eine Infrastruktur, die in der Grand-Slam-Geschichte lange einzigartig war.

Für Spieler bedeutet das eine spezifische Vorbereitung: Die Akklimatisierung an die Hitze beginnt oft Wochen vor dem Turnier bei Vorbereitungsturnieren in Brisbane, Adelaide oder Auckland. Wer unvorbereitet nach Melbourne kommt, riskiert nicht nur eine frühe Niederlage, sondern auch gesundheitliche Probleme. Die Kombination aus Hartplatz, Hitze und dem Druck des ersten Grand Slams macht die Australian Open zu einem einzigartigen Test — physisch wie mental. Nicht umsonst gilt Melbourne unter Spielern als das Turnier, bei dem Fitness mindestens genauso wichtig ist wie Talent.