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Tennis live im TV 2026: Sky, DAZN & Free-TV in Deutschland

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Tennis live zu schauen war in Deutschland noch nie so einfach — und noch nie so kompliziert. Einfach, weil 2026 mehr Matches als je zuvor im Stream verfügbar sind. Kompliziert, weil die Rechte auf mehrere Anbieter verteilt sind und kein einzelnes Abo alles abdeckt. Wer die Australian Open sehen will, braucht einen anderen Dienst als für das Masters in Madrid. Und wer die ATP Tour verfolgt, kommt an Sky nicht vorbei, findet dort aber keinen einzigen Grand-Slam-Ball.

Diese Fragmentierung ist kein Zufall, sondern Ergebnis eines Milliardenmarktes, in dem sich Senderechte ständig verschieben. WTA-CEO Portia Archer fasste die Dimension treffend zusammen: „Tennis is a hugely popular sport with 51 events across six continents and a global audience over 1 billion“ — ein Sport mit globaler Reichweite, der die nächsten fünf größten Frauensportligen zusammen übertrifft. Für deutsche Fans bedeutet das: Es lohnt sich, die Landschaft der Anbieter zu kennen, bevor die Saison richtig Fahrt aufnimmt.

Sky — das Herzstück der Tennisübertragung

Sky ist der zentrale Anlaufpunkt für Tennis in Deutschland. Der Sender hält seit 2024 einen Fünfjahresvertrag bis 2028, der die Übertragungsrechte für die ATP Tour und die WTA Tour in Deutschland, Österreich und der Schweiz sichert. In der Praxis bedeutet das: über 4 000 Matches und rund 80 Turniere live pro Saison — von den Masters 1000 in Indian Wells bis zum ATP 250 in Lyon. Der Vertrag umfasst auch die WTA-Events in vollem Umfang, was Sky zum einzigen deutschen Anbieter macht, der sowohl Herren- als auch Damentennis in dieser Breite abdeckt.

Die Abdeckung ist beeindruckend, hat aber Lücken. Grand Slams gehören nicht zum Sky-Paket. Ebenso fehlen einige Turniere mit eigenständigen regionalen Rechten, darunter Hamburg, Halle, Rom, Basel und Wien. Wer also die deutschen ATP-500-Highlights am Rothenbaum oder in Ostwestfalen verfolgen möchte, muss sich nach Alternativen umsehen.

Sky überträgt sowohl über das klassische Satellitenpaket als auch via WOW, dem hauseigenen Streamingdienst. Für Gelegenheitszuschauer, die kein Jahresabo abschließen wollen, ist WOW oft die praktischere Option — allerdings mit der Einschränkung, dass die Bildqualität im Streaming nicht immer an das Satellitensignal heranreicht. Sky bietet zudem eine Konferenzschaltung an Tagen, an denen mehrere Turniere parallel laufen, was besonders während der Sandplatz- und Rasensaison vorkommt, wenn ATP und WTA dicht getaktete Kalenderwochen spielen.

Eurosport und die Grand Slams

Wer Grand Slams in Deutschland sehen will, landet bei Eurosport — zumindest teilweise. Der Sender hält die exklusiven Rechte an den Australian Open bis 2031 und überträgt Roland Garros ebenfalls für den europäischen Markt. Wimbledon und die US Open liegen ebenfalls im Discovery-Portfolio, werden aber je nach Markt über unterschiedliche Kanäle und Plattformen ausgestrahlt. In Deutschland laufen alle vier Grand Slams über die Eurosport-Infrastruktur — keines davon bei Sky.

Der Haken: Seit dem 1. Juli 2025 ist Eurosport nicht mehr über Sky empfangbar. Der Mutterkonzern Warner Bros. Discovery hat die Sublizenzvereinbarung mit Sky nicht verlängert, sodass Eurosport 1 und Eurosport 2 aus dem Sky-Paket verschwunden sind. Für Tennisfans war das ein Einschnitt, der den Zugang zu Grand-Slam-Tennis von einem Tag auf den anderen verändert hat.

Die Inhalte von Eurosport sind stattdessen über Discovery+ verfügbar, den konzerneigenen Streamingdienst. In Deutschland kostet das ein separates Abo. Wer bisher Sky hatte und davon ausging, damit auch die Australian Open abgedeckt zu haben, musste sich 2025 umgewöhnen — und 2026 gilt dieselbe Konstellation weiterhin. Die Übertragungsqualität auf Discovery+ ist solide, mit mehreren parallelen Streams für verschiedene Courts und Kommentatoren in deutscher Sprache für die Hauptmatches. Allerdings fehlt die gewohnte Einbindung in das Sky-Sportprogramm, weshalb viele Zuschauer den Wechsel zwischen den Plattformen als umständlich empfinden.

DAZN und Discovery+

DAZN hat im Tennis keine eigenen exklusiven Turnierrechte in Deutschland, profitiert aber indirekt von der Eurosport-Trennung. In einigen europäischen Märkten sind Discovery+-Inhalte über DAZN als Zusatzkanal buchbar. Ob und in welchem Umfang das für Deutschland gilt, hängt vom jeweiligen Abo-Modell ab und ändert sich regelmäßig — ein Blick in die aktuelle Kanalliste lohnt sich vor jedem Grand Slam.

Darüber hinaus zeigt DAZN gelegentlich WTA-Events und ATP-Turniere, die nicht im Sky-Exklusivpaket enthalten sind. Die Abdeckung ist allerdings lückenhaft und selten planbar. Wer Tennis als Hauptgrund für ein DAZN-Abo in Betracht zieht, sollte vorher prüfen, welche konkreten Turniere im Programm stehen — die Plattform kommuniziert das oft kurzfristig.

Discovery+ wiederum funktioniert als eigenständiger Dienst und richtet sich an Sportfans, die kein Sky-Abo abschließen möchten, aber Grand-Slam-Tennis nicht verpassen wollen. Die monatlichen Kosten liegen unter denen eines Sky-Sportpakets, was den Dienst zu einer niedrigschwelligen Ergänzung macht — vor allem in den vier Grand-Slam-Monaten Januar, Mai, Juli und August.

Free-TV — Tennis ohne Abo

Komplett kostenlos Tennis schauen? In Deutschland ist das 2026 nur eingeschränkt möglich. ARD und ZDF berichten über Tennis hauptsächlich in Nachrichtenformaten und der Sportschau — Live-Übertragungen ganzer Matches sind die Ausnahme, nicht die Regel. Bei Grand-Slam-Finaldramatik mit deutscher Beteiligung schalten die Öffentlich-Rechtlichen gelegentlich zu, eine verlässliche Quelle für den Saisonalltag sind sie aber nicht. Immerhin: Zusammenfassungen und Highlight-Clips erscheinen zeitnah in den Mediatheken, sodass zumindest die wichtigsten Ergebnisse kostenlos nachverfolgt werden können.

Wer über Satellit oder IPTV empfängt, kann auf ServusTV ausweichen. Der österreichische Sender zeigt ausgewählte ATP-Turniere im Free-TV, darunter teilweise auch Events, die in Deutschland hinter der Sky-Paywall liegen. Der Empfang ist in weiten Teilen Süddeutschlands problemlos möglich, im Norden allerdings oft nur über Streaming auf servustv.com. Auch die offiziellen Kanäle der ATP und WTA auf YouTube bieten vereinzelt Live-Streams von Challenger-Events und Qualifikationsrunden — kein Ersatz für die Haupttour, aber ein kostenloses Fenster in die Tenniswelt.

Eine weitere Option sind die internationalen Sender, die über Satellit frei empfangbar sind. In Frankreich zeigen France Télévisions ausgewählte Roland-Garros-Spiele, in Italien überträgt die RAI gelegentlich Matches der Internazionali BNL d’Italia. Die Sprachbarriere ist für reine Sportbetrachtung kein Hindernis, und die Bildqualität der öffentlich-rechtlichen Sender ist oft besser als bei manchen Streaming-Angeboten. Wer kreativ sucht, findet also durchaus Wege, Tennis ohne monatliche Abo-Kosten zu sehen — vollständig und komfortabel ist das allerdings nicht.

Programmplanung 2026 — wer zeigt was?

Die Saisonplanung für Tennisfans in Deutschland erfordert 2026 mindestens zwei Abos — eines bei Sky für den Tour-Alltag und eines bei Discovery+ für die Grand Slams in Melbourne und Paris. Wimbledon läuft ebenfalls über die Discovery-Gruppe, die US Open werden in Europa von Eurosport und teilweise von lokalen Sendern abgedeckt. Wer alle vier Majors und die komplette Tour lückenlos verfolgen will, kommt um eine Kombination nicht herum.

Die ATP Masters 1000, darunter Indian Wells im März, Madrid und Rom im Mai sowie Shanghai und Paris-Bercy im Herbst, sind vollständig bei Sky zu sehen. Gleiches gilt für die WTA 1000, die oft parallel oder am selben Standort stattfinden. Deutsche Turniere wie Hamburg und Halle bilden eine Sonderkategorie: Sie verfügen über eigene Übertragungsvereinbarungen und tauchen je nach Saison bei unterschiedlichen Anbietern auf. Stuttgart und München laufen in der Regel ebenfalls nicht über das Sky-Standardpaket.

Für einen vollständigen Überblick empfiehlt es sich, zu Saisonbeginn die Programmpläne von Sky, Discovery+ und gegebenenfalls DAZN zu vergleichen. Die Rechtesituation im Tennis ist dynamischer als in den meisten anderen Sportarten — was im Januar gilt, kann im September schon wieder anders aussehen. Ein praktischer Tipp: Die Apps von ATP und WTA zeigen tagesaktuell an, welcher Anbieter ein bestimmtes Match überträgt. Das spart die Suche durch mehrere Programmzeitschriften und ist oft verlässlicher als die Ankündigungen der Sender selbst.

Wer die Kosten kalkuliert, kommt für eine vollständige Tennis-Abdeckung in Deutschland auf zwei bis drei laufende Abonnements. Sky Sport im günstigsten Paket, Discovery+ für die Grand Slams und optional DAZN für Zusatzinhalte ergeben zusammen einen monatlichen Betrag, der deutlich über dem liegt, was ein einzelner Fußball- oder Formel-1-Zuschauer zahlt. Tennis ist kein Sport mit einem zentralen Sender — und solange die Fragmentierung anhält, bleibt das für Fans der größte Frustfaktor abseits des Platzes.